Jahrelang war der Bezug von Strom aus dem öffentlichen Netz für die deutsche Industrie eine Selbstverständlichkeit. Doch 2026 hat sich das Blatt gewendet. Angesichts schwankender Netzentgelte und der latenten Sorge um die Versorgungssicherheit investieren Industrieunternehmen massiv in “Behind-the-Meter”-Lösungen.
Es geht nicht mehr nur um ein paar Solarpaneele auf dem Lagerhallendach. Wir sehen Chemieparks und Automobilzulieferer, die eigene Windräder errichten und diese mit großindustriellen Batteriespeichern koppeln. Das Ziel ist nicht primär “Grünfärberei” (Greenwashing), sondern knallharte Risikominimierung.
Das Geschäftsmodell für Energiedienstleister hat sich dadurch verschoben: Weg vom reinen Stromverkauf, hin zum “Energy-as-a-Service” (EaaS). Dienstleister finanzieren, bauen und betreiben die Infrastruktur auf dem Werksgelände des Kunden und garantieren einen festen Energiepreis über 20 Jahre. Für den CFO des Industriekunden wandelt sich Energie von einer volatilen Variable (OpEx) zu einer kalkulierbaren Konstante.